Freitag, 18. August 2017

Farbenprächtige Webereien

von Judith Mundwiler

In der Choki Traditional Art School wird ein Ausbildungsprogramm für Weberinnen angeboten. Diese Ausbildung dauert bis zu sechs Jahre! Die jungen Frauen müssen sehr gewillt sein, diese Zeit auch mit körperlichen Strapazen auf sich zu nehmen. Sie sitzen den ganzen Tag auf dem Boden auf einem Kissen an ihren Webgeräten und weben mit unglaublicher Geduld die mehr oder weniger aufwändigen Stoffbahnen. Je nach Ausbildungsstand fallen die Muster einfacher oder komplizierter aus.
Wir haben mit der Schulleiterin Sonam Choki über Möglichkeiten geredet, wie die Webklasse in die Produktion von Objekten für den Verkauf im Schulshop eingebunden werden könnten.
Die Idee, dass konkrete Stoffbahnen auf genau berechnete Masse mit speziellen Mustern gewebt werden könnten, die dann von der Nähklasse zum Beispiel zu Taschen oder Handyhüllen weiterverarbeitet werden können, kam sehr gut an. Die Weberinnen können dann in kürzerer Zeit fertige Ergebnisse vorzeigen und so an kleineren, überschaubaren Stücken ihre Erfahrungen sammeln und üben. Dies könnte die Ausbildung attraktiver machen. Im Moment hat es nur eine Handvoll Studentinnen in dieser Klasse, weil der Lehrgang sehr viel Disziplin und Geduld abverlangt.

Studentin webt ein schmales Band
Einfaches Gewebe mit Musterstreifen
Hier sieht man die Sitzhaltung der Weberin

Kompliziertes Muster, bei dem mit einzelnen Fäden zusätzliche Muster mit eingezogen werden. Diese Muster sehen aus, wie gestickt im Kettenstich.
Die Vielfalt der einzelnen Mustern innerhalb von einem gewebten Stoff ist unbeschreiblich.  Das hier ist eine KIRA (Gewand einer Bhutanerin). Ich habe diese Kira an einem Markt in Thimphu direkt bei der Frau gekauft, die das Prachtstück gewebt hat.

Material: Seide!

Vorder- und Rückseite. Auf der Rückseite sieht man nur die Längsstreifen und die Fransen der eingeknüpften Fäden.
Die Lehrerin der Webklasse an ihrer Arbeit.
Ein Band von einer Schülerin, Material Baumwolle.

Gemeinsam werden die Fransen gedreht
Muster.....

.......Muster.....

Muster....überall gegenwärtig.......
Im Buch FABRIC OF LIFE von Karin Altmann, welches ich schon einmal hier vorgestellt habe, findet man eine ganz tolle Zusammenstellung über alle Arten von Mustern in Stoffen, über die verschiedenen Regionen von Bhutan mit ihren traditionellen Webereien, Materialien, Farben etc.
Wenn Sie sich für das Textile in Bhutan interessieren, ist das ein wunderbares Nachschlagewerk mit phantastischen Fotos, Berichten zu Kultur und Tradition, immer aus dem Blickwinkel des Textilen.
Ich kann Ihnen das Buch, welches etwa 4 cm dick ist und 440 Seiten hat, wärmstens empfehlen!

ISBN: 978-3-11-043795-9

Aus dem Buch: Gewobener Stoff aus Brennnessel oder von Hanfpflanzen
Aus dem Buch: gewobene Stoffe aus Yak Haar
Aus dem Buch: Gefärbtes Garn mit chemischem Farbstoff

Aus dem Buch: wie ein Zettel hergestellt wird.

Hier finden Sei noch mehr Bilder zu den Webereien In Bhutan.

Ich zeige Ihnen hier noch ein paar Arbeiten von den Studentinnen und Studenten aus der Stickklasse. Sie bekamen den Auftrag, eine Stickarbeit selbst zu entwerfen und sich von den stark vorgegebenen, traditionellen Symbolen und Mustern zu trennen. Eine Gratwanderung, die nicht so einfach ist, wenn man wochenlang getrimmt wird, genauestens die vorgegebenen Muster nachzuarbeiten!
Die Resultate sind zum Schmunzeln und zum Staunen!

Die Lehrerinnen an der Ausstellung von den Kreativarbeiten.









Wenn Sie gerne mehr über die momentane Öffnung von Bhutan dem Westen gegenüber und über die damit zusammenhängenden Probleme und das BruttosozialGLüCK hören möchten, empfehle ich Ihnen die Radiosendung:
" Bhutan, ein Land sucht andere Wege" Ein Podcast von Radio DRS
Link: Kontext

Oder HIER finden Sie noch weitere Fernsehsendungen und Infos über Bhutan.

Mittwoch, 16. August 2017

Dienstag, 15. August 2017

Ausstellungskalender


 Textilbiennale in Avenches, Kanton Waadt, Schweiz


 Einige Exponate:

Trudy Kleinstein

Anne-Marie Bertrand



Freitag, 11. August 2017

Grün




von Ursula Suter

Die Idee, mit dem Fotoapparat auf „Farbensafari“  zu gehen, ist entstanden weil mir besonders in diesem Frühling und Frühsommer die Natur so intensiv und erfüllend grün schien wie noch nie.
Darum machte ich mich auf mit dem Ziel, möglichst viele Grünnuancen einzufangen ohne, dass konkreten Objekte erkennbar sind. Den Apparat stellte ich dazu absichtlich „falsch“ ein und war sehr erfreut über die so entstandenen Farbkompositionen.


















Manchmal ist die „falsche Einstellung“  auch unabsichtlich und überraschend perfekt.






Jetzt, beim Schreiben, wird plötzlich die Frage: „ was ist falsch und was richtig“ wichtig.
Sicher haben sich schon grosse Philosophen darüber und über Werte im Allgemeinen, umfassend und tiefschürfend Gedanken gemacht. Da kann ich nicht mithalten.
Ich weiss nur, dass es mir Spass gemacht hat beim Fotografieren „falsch und richtig“ zu tauschen.
Mit der wie auch immer “ falschen Einstellungen“ zu arbeiten könnte auch ein neues, lustvolles und überraschendes Arbeits- und Lebensmotto sein!



Sie fragen sich vielleicht: und wo nun der Zusammenhang ist zwischen "falsch und richtig" und dem Thema „Grün“? Gibt es einen? 
Da sieht man jetzt auf welche Abwege man kommt beim richtig falsch machen!